Kurzbeschreibung
Umsetzung des Klimaneutralitätsfahrplans 2040 der Marktgemeinde Altmünster am Traunsee Die Marktgemeinde Altmünster blickt auf eine lange Tradition engagierter Umweltarbeit zurück. Seit über 30 Jahren verfügt sie über einen Umweltberater, der zentrale Aufgaben in den Bereichen Energie, Mobilität, Biodiversität, Abfallwirtschaft und Bewusstseinsbildung wahrnimmt. Aufbauend auf dieser Erfahrung wurde ein umfassender Klimaneutralitätsfahrplan entwickelt, der sich derzeit in der Finalisierung befindet und im Dezember dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Er bildet die Grundlage für die Teilnahme an der Ausschreibung Mission Klimaneutrale Stadt – Pionierstadt 2025. Altmünster steht vor der Aufgabe, Klimaneutralität, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft dauerhaft in Verwaltung, Politik und Bevölkerung zu verankern. Trotz begrenzter finanzieller Mittel als Härteausgleichsgemeinde bestehen starke Netzwerke und gewachsene Kooperationen mit der KEM Traunstein, dem Klimabündnis OÖ, dem Energiesparverband OÖ, dem Naturpark Attersee–Traunsee, EMC Österreich, der Energiegemeinschaft Traunstein und weiteren Partnern. Diese Verbindungen schaffen die Grundlage, um die im Fahrplan festgelegten Maßnahmen ambitioniert und praxisnah umzusetzen. Mit der Pionierstadt-Partnerschaft wird der Klimaneutralitätsfahrplan in eine nachhaltige Umsetzungsstruktur überführt. Herzstück ist die neu geschaffene Stabsstelle für Nachhaltigkeit, direkt der Amtsleitung zugeordnet. Sie fungiert als operative Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik, Forschung und Bevölkerung, bündelt alle Klima-, Energie- und Umweltagenden und verankert Nachhaltigkeit dauerhaft in den kommunalen Strukturen. Fünf Forschungs- und Umsetzungsprojekte bilden die zentralen Schwerpunkte: – Nah- und Seewärme Altmünster: Vergleich technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Potenziale regionaler Wärmenutzung. – Netzdienliche Speicher- und Ladeinfrastruktur: Entwicklung intelligenter Steuerungs- und Prognosesysteme zur Integration erneuerbarer Energien. – Nachhaltiges Bauen und Sanieren – Bauwerber:innen-Mappe: Niederschwellige Informationsunterlage zu Energieeffizienz, Begrünung, Lichtgestaltung und Bodenschutz. – E-Carsharing im Wohnbau: Modell zur Integration gemeinschaftlich genutzter E-Fahrzeuge in neue und bestehende Wohnbauprojekte. – Kommunale Entsiegelungsstrategie: Leitlinie zur strukturellen Umsetzung von Entsiegelungsmaßnahmen unter Nutzung der Landesförderung OÖ. Diese Projekte schaffen praxisnahe, übertragbare Lösungen und stärken die kommunale Steuerungsfähigkeit. Die Stabsstelle für Nachhaltigkeit, neue Entscheidungs- und Beschaffungsprozesse sowie eine Lernumgebung für Verwaltung, Politik und Bevölkerung sichern die dauerhafte Verankerung der Ergebnisse. Durch Kooperationen mit Netzwerkpartnern und die Nutzung genossenschaftlicher Finanzierungsmodelle entstehen messbare Beiträge zur Emissionsreduktion, regionalen Wertschöpfung und Bewusstseinsbildung. Altmünster wird damit zu einem Modell für integriertes kommunales Klimamanagement – organisatorisch verankert, wissenschaftlich begleitet und praxisorientiert umgesetzt.