Kurzbeschreibung
Mission zukunftsfähiges Gleisdorf 2035: Klimaneutralität durch gemeinsames Handeln von Stadt, KLIEN & Partnerinitiativen Die Solarstadt Gleisdorf verfolgt seit den 1990er-Jahren konsequent den Ausbau erneuerbarer Energien und gilt mit starken Partnern wie AEE INTEC, den Feistritzwerken und den Stadtwerken Gleisdorf als österreichische Pionierin im Klima- und Energiesektor. Aufbauend auf jahrzehntelangen Initiativen – von der Gründung der Energieregion Weiz-Gleisdorf (KEM, KLAR!, LEADER) über die Landesausstellung „Energie“ bis zur Teilnahme am e5-Programm – hat die Stadt 2023 gemeinsam mit AEE INTEC und Verkehrplus einen verbindlichen Klimaschutzplan beschlossen. Dieser umfasst zentrale Maßnahmen wie die Mobilitätswende, eine kommunale Sanierungsoffensive, den Ausbau erneuerbarer Energieträger und eine integrierte Wärme- und Gasplanung. Seit 2024 ist Gleisdorf Teil der Mission „Klimaneutrale Stadt“ und bereitet im Rahmen von MissionGleisdorf2035 den nächsten Umsetzungsschritt vor. Ziel ist der Abschluss einer öffentlich-öffentlichen Kooperation (ÖÖK) mit dem Klima- und Energiefonds, um die Maßnahmen des Klimaschutzplans systematisch fortzuführen, Synergien mit bestehenden Programmen wie KEM, KLAR!, e5 und dem Reallabor WEIZplus zu nutzen und Forschung, Verwaltung und Umsetzung enger zu verzahnen. Die Stadt richtet dazu neue Strukturen ein: eine Klimaneutralitätskoordination als Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung, Forschung und Wirtschaft, ein interdisziplinäres Klimaneutralitätsteam, ein strategisches Klimaneutralitätsboard mit regionalen Schlüsselakteur:innen sowie eine standardisierte Klimarelevanzprüfung für alle wesentlichen Gemeinderatsbeschlüsse. Damit wird Klimaneutralität verbindlich als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung verankert und Entscheidungsprozesse werden datenbasiert, schneller und transparenter gestaltet. Ausgehend von 292 GWh Endenergiebedarf und 63.000 Tonnen CO?e im Jahr 2020 strebt Gleisdorf bis 2040 eine Reduktion des Energieverbrauchs um 34 %, der Emissionen um 82 % und einen Anteil erneuerbarer Primärenergie von 81 % an. Gleichzeitig sollen regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und soziale Verträglichkeit gestärkt werden. MissionGleisdorf2035 setzt dabei auf drei Säulen: die Umsetzung von Leuchtturmprojekten wie der integrierten Wärmeplanung (CoSpatial Heat), der Mustersanierung der Volksschule Labuch und der klimafitten Umgestaltung des Florianiplatzes; die Weiterentwicklung der Governance-Strukturen zur Verwaltungsinnovation; sowie die Etablierung Gleisdorfs als Lern- und Wissensdrehscheibe auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Die ÖÖK bildet somit den Hebel für die Verstetigung und Beschleunigung der Klimaneutralitätsstrategie mit den Leuchtturmprojekten zum Erfahrungsaufbau und als Startschuss für viele Nachfolgeprojekt. Diese Projekte ermöglichen den gezielten Kapazitätsaufbau, den Wissenstransfer zwischen Forschung, Verwaltung und Wirtschaft und schaffen die organisatorische Grundlage, um Gleisdorf als Modellstadt für eine integrierte, resiliente und klimaneutrale Stadtentwicklung in Österreich zu positionieren.