Kurzbeschreibung
Transformation Tullns zur nachhaltigen Klima-Pionierstadt Ausgangssituation, Problematik und Motivation Die Stadt Tulln hat sich mit dem 2019 beschlossenen Klima-Manifest und ihrem 2024 erarbeiteten Klimafahrplan klar zur Klimaneutralität bekannt. Mit der Gründung der stadteigenen Tulln Energie GmbH sowie von Energiegemeinschaften wurden bereits wichtige Schritte in Richtung klimaneutraler Stadt unternommen. Im Zuge der Pionierpartnerschaft soll der Transformationsprozess nun systematisch vertieft und beschleunigt werden. Klimaneutralität ist ein Querschnittsthema, das interdisziplinär gedacht werden muss und das viele Abteilungen der Stadt betrifft. Es braucht daher neue Formen der Kooperation zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger:innen, um diese komplexen Themen integriert zu steuern. Ziele und Innovationsgehalt Mit der Einrichtung einer Klimakoordinationsstelle wird eine wesentliche Governance-Struktur geschaffen, die alle klimarelevanten Aktivitäten bündelt. Im Rahmen der Pionierpartnerschaft werden insbesondere innovative Forschungs- und Umsetzungsprojekte gestartet, die exemplarisch für den Wandel Tullns hin zu einer klimaneutralen und resilienten Stadt stehen: 1. Batteriegroßspeicher Tulln: Entwicklung einer Methodik zur optimalen Dimensionierung, Steuerung und wirtschaftlichen Integration von Großspeichern in lokale Energiesysteme. Umgesetzt werden soll ein flexibles, klimafittes und cyberresilientes Energiesystem, das PV-Stromüberschüsse speichert und u.a. kritische Infrastrukturen absichert. 2. Quartiersentwicklung im Bestand: Sondierung einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Stadtentwicklung mit urbaner Mischnutzung. Es werden planerische, technische und soziale Ansätze erarbeitet, um Energieeffizienz, Klimaanpassung, Biodiversität und nachhaltige Mobilität auf Quartiersebene zu vereinen. 3. Klärschlammtrocknung mittels Abwärme: Nutzung vorhandener Abwärmeströme aus dem Blockheizkraftwerk und dem Kläranlagenablauf als nachhaltige Energiequelle zur Trocknung von Klärschlamm. Damit wird ein Beitrag zur CO?-Reduktion im Zuge der Transporte, Kreislaufwirtschaft und Vorbereitung der zukünftigen Phosphorrückgewinnung geleistet. Die Klimakoordinationsstelle wird weiters den Struktur- und Wissensaufbau in der Verwaltung koordinieren. In den Fachabteilungen sollen die personellen Kapazitäten sowie fachlichen Kompetenzen um das Themenfeld Klimaneutralität erweitert und dieses in die Prozesse integriert werden. Die Klimakoordinationsstelle fungiert als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Forschung, Energieversorgern und Zivilgesellschaft. Über die Netzwerke wie KEM und KLAR Wagram, LEADER, e5 sowie dem Pionierstädte-Netzwerk wird der Wissensaustausch mit Nachbargemeinden und anderen Städte sichergestellt. Angestrebte Ergebnisse und Erkenntnisse Erwartet werden anwendungsorientierte Ergebnisse mit hoher Relevanz für erfolgreiche Transformation hin zur Klimaneutralität: • Entwicklung von Planungs- und Analysetools zur Speicherintegration und Lastoptimierung, • Aufbau eines demonstrativen Großspeichersystems als Reallabor für kommunale Energiesteuerung, • Erstellung von Leitbildern und Szenarien für klimaneutrale Quartiersentwicklung, • Entwicklung eines technisch-ökonomischen Konzepts zur Abwärmenutzung und Klärschlammtrocknung, • und Ableitung von Empfehlungen und Standards in den kommunalen Prozessen, die über Tulln hinaus in andere Städte transferiert werden können.