Kurzbeschreibung
Integrale regionale Energiesystemplanung für eine resiliente Energiezukunft Österreichs im Kontext des Klimawandels Energiesysteme in Österreich und weltweit stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen kosteneffizient dekarbonisiert werden und gleichzeitig eine sichere Energieversorgung garantieren. Dies erfordert eine stärkere Vernetzung von Strom, Wärme/Kälte und erneuerbaren Gasen sowie den Ausbau wetterabhängiger erneuerbarer Energien wie Wasserkraft, Wind und Photovoltaik. Wetterbedingte Schwankungen von Erzeugung und Verbrauch verlangen neben dem Erneuerbaren-Ausbau auch mehr Systemflexibilität und einen gezielten, kosteneffizienten Infrastrukturausbau. Da Klimafolgen regional unterschiedlich ausfallen, sind regionale Klimaprojektionen entscheidend, um Risiken und Chancen zu identifizieren und integrale Planungen zu ermöglichen. Das Projekt KLIRES verfolgt das Ziel, standortspezifische und integrale Planungskonzepte für regionale Energiesysteme zu entwickeln und damit eine resiliente sowie klimafitte Energiezukunft in Österreich zu fördern. Neueste Klimaforschungserkenntnisse (CMIP6/ÖKS26) werden mit innovativen Energiesystemplanungsmethoden kombiniert. Strom, Wärme/Kälte und erneuerbare Gase werden ganzheitlich betrachtet, und Klimafolgen systematisch auf Bedarf und Angebot analysiert. Vier Fallstudien – das österreichische Stromsystem sowie regionale integrierte Energiesysteme von Salzburg, Wien und Linz – liefern skalierbare und übertragbare Ergebnisse. Im Fokus stehen Klimafolgen, Versorgungssicherheit, Resilienz und kosteneffiziente Anpassungsstrategien. Die Methodik umfasst sieben Teilziele: 1. Erstellung hochaufgelöster Klima- und Abflussdaten mittels statistischem Downscaling, Bias-Korrektur und hydrologischer Modellierung zur Analyse von Klimaextremen und Wasserverfügbarkeit, wobei eine systematische Klassifizierung der Stärke des künftigen Klimawandels gemäß Global Warming Levels angewandt wird. 2. Entwicklung eines modularen Modellierungsframeworks für integrierte Energiesysteme auf Basis der AIT-Simulationstoolbox IESopt mit fallstudienspezifischen Modulen. 3. Entwicklung integrierter Planungskonzepte, die regionale Besonderheiten, Zielkonflikte und klimabedingte Extremsituationen einbeziehen. 4. Validierung der Konzepte durch Simulationen verschiedener Klimaszenarien unter Einsatz des Modeling-to-Generate-Alternatives-Ansatzes für robuste Lösungsräume angesichts der Unsicherheiten bei Klima-/Wetterdaten. 5. Analyse klimabedingter Risiken und Vulnerabilitäten mittels GIS-basierter Methoden zur Entwicklung standortspezifischer Anpassungsstrategien. 6. Aktive Einbindung relevanter Stakeholder durch Workshops, Fokusgruppen und Gespräche zur Sicherstellung von Praxisnähe und Akzeptanz. 7. Entwicklung praxisnaher Handlungsempfehlungen und eines Leitfadens zur Übertragbarkeit der Planungskonzepte für klimafitte integrierte regionale Energiesysteme. Die Ergebnisse von KLIRES bilden aufgrund der generierten Klima-, Abfluss- und Energiedaten sowie Simulationen und Analysen eine fundierte Basis für eine nachhaltige und resiliente Gestaltung österreichischer Energiesysteme. Die integralen Planungskonzepte der Fallstudien sind so gestaltet, dass sie als Modelle für andere Regionen dienen und eine flexible Anpassung an unterschiedliche Rahmenbedingungen ermöglichen. Diese Übertragbarkeit unterstützt die Umsetzung klimaresilienter Lösungen in verschiedenen regionalen Kontexten. KLIRES trägt somit entscheidend dazu bei, sektorübergreifende Kopplung, Versorgungssicherheit und Anpassungsstrategien an den Klimawandel österreichweit zu stärken.