Gletscherschmelze: Verlieren wir eine Methan-Quelle aber auch eine Kohlendioxid-Senke?

Kurzbeschreibung

Die Klimaerwärmung und der damit verbundene Temperaturanstieg haben in den letzten Dekaden zu einem rasanten Rückgang alpiner Gletscher geführt. Mit der Gletscherschmelze werden auch riesige Mengen an zum Teil seit Jahrtausenden im Gletschereis gespeichertem Kohlenstoff (C) frei. Frisch verwitterte, carbonathaltige Sedimente können aber auch dazu führen, dass Gletscherbäche zur CO2-Senke werden. Bisher ist noch nicht erforscht, ob unterhalb alpiner Gletscher, ähnlich wie bei ihren arktischen Pendants, gespeicherter C bakteriell zu CH4 verarbeitet und über das Schmelzwasser an die Atmosphäre abgegeben wird. Zusammengefasst könnten alpine Gletscherbäche also einerseits eine Senke für atmosphärisches CO2 sein, aber gleichzeitig das viel stärkere Treibhausgas CH4 ausgasen. Die Gletscherschmelze könnte also über den Gasaustausch der zunehmend verlorengehenden Gletscher-bäche zu globaler Klimaerwärmung beitragen. In diesem Projekt wollen wir diese Wissenslücken für alpine Gletscher schließen und Aussagen über das Treibhausgaspotential von Gletscherbächen und daraus resultierende positive Rückkopplungseffekte auf die fortschreitende Gletscherschmelze treffen. Dabei soll in einer ersten Bestandsaufnahme herausgefunden werden, welche alpinen Gletscherbäche als CH4 Quelle und CO2 Senke fungieren und welche geologischen und geographischen Faktoren diese Prozesse unterstützen. Dafür werden in den Sommermonaten bis zu 15 Gletscherbäche im Alpenraum (AUT, CH, IT) beprobt. Das Schmelzwasser wird auf Konzentration gelöster Gase, organische Fraktionen und Carbonatgehalt analysiert. Zusätzlich werden wir an einigen Bächen Messstationen errichten, um tageszeitliche Schwankungen erfassen zu können.