Kurzbeschreibung
Aufgrund des Klimawandels wird postuliert, dass sich in Österreich die Häufigkeit und das Ausmaß von Waldbränden erheblich verändern wird [1]. Darüber hinaus haben die jüngsten Ereignisse in Österreich wie auch in den Nachbarländern gezeigt, dass Waldbrände auch dort ein Risiko darstellen, wo es keine oder nur ungenügende Aufzeichnungen historischer Ereignisse oder anderweitiger Erfahrungen im Umgang mit Waldbränden gibt. Während im internationalen Kontext, aber auch in Österreich, umfangreiche Untersuchungen zur Naturgefahr Waldbrand existieren (vor allem hinsichtlich der Modellierung von Brandentstehung, Ausbreitung, und räumlich-zeitliche Vorhersagen), sind Studien, die sich mit den Auswirkungen von Waldbränden auf die bebaute Umwelt befassen, bislang in der Forschung und der Umsetzung in die Praxis unterrepräsentiert. Um diese Wissenslücke zu schließen, konzentriert sich das vorgeschlagene StartClim-Projekt auf die Schadensanfälligkeit von Gebäuden gegenüber Waldbränden. Gebäude (und Infrastruktur) im Übergangsbereich zwischen Wald und Siedlungsraum (Wildland-Urban-Interface, WUI) benötigen innovative Methoden zur Bewertung der Gefährdung, vor allem, weil die Verfügbarkeit empirischer Daten aufgrund der geringen Menge bisheriger Schadensfälle nur sehr eingeschränkt gegeben ist. Das vorgeschlagene Projekt PHLoX kombiniert daher Methoden der Literaturanalyse und Techniken der Wissens-Koproduktion, um fehlendes Wissen zu erschließen. Ein Einbezug unterschiedlicher Stakeholder aus Österreich und anderen Ländern wird es ermöglichen, jene Gebäudeeigenschaften und Merkmale der Gebäudeumgebung zu identifizieren, die einen signifikanten Einfluss auf die Höhe des Schadensausmaßes bei Waldbränden haben. Diese so gennaten Vulnerabilitätsindikatoren werden in weiterer Folge gewichtet, um über einen Index für die Gefährdung durch Waldbrände (WVI) zu erstellen, der zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen, für Risikomanagement und für mögliche Klimawandelanpassungsmaßnahmen verwendet werden kann.