Kurzbeschreibung
Städte sehen sich zunehmend vor der Herausforderung, den Folgen des Klimawandels möglichst kreativ und ostengünstig zu begegnen. Aufgrund ihrer multifunktionalen und ressourcenschonenden Eigenschaften haben naturbasierte Lösungen (engl. nature-based solutions) in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung in Stadtplanung und -politik gewonnen. Unter den diskutierten Lösungen bieten Grünflächen mit einem hohen Grad an spontaner Naturentwicklung, wie Stadtwildnisflächen oder gering gepflegte Bereiche in urbanen Parkanlagen, besondere Vorteile hinsichtlich Klimawandelanpassung und der Einsparung kommunaler Kosten. Aus gesellschaftlicher Sicht erweisen sich solche Lösungen allerdings oftmals als ambivalent und konfliktreich. Im Zentrum steht die Frage, welche sozialen Gruppen von einem zukünftigen Einsatz dieser naturbasierten Lösungen profitieren bzw. die Kosten tragen würden. Dabei bleibt bisher unklar, unter welchen Bedingungen eine spontane Naturentwicklung von unterschiedlichen sozialen Gruppen präferiert oder abgelehnt wird. Das Projekt möchte hier ansetzen und erstmalig ein umfassendes Bild der sozial differenzierten Präferenzen und Wahrnehmungen einer großen Bandbreite an urbanen Grünräumen mit einem hohen Grad an spontaner Naturentwicklung schaffen. Hierzu soll zunächst eine Typologie „spontaner Grünräume" für die Stadt Wien erstellt werden. Darauf aufbauend soll mittels einer quantitativen Befragung von Stadtbewohner*Innen Wiens diversen sozialen Hintergrunds untersucht werden, inwiefern sich gesellschaftliche Präferenzen je nach identifiziertem Grünraum-Typ und sozialer Gruppenzugehörigkeit unterscheiden. Zusammen mit einer tiefgreifenden Analyse der von Stadtbewohner*Innen wahrgenommenen Vor- und Nachteile der jeweiligen Flächen soll damit eine wertvolle Grundlage für Stadtplanung und Grünflächenmanagement hinsichtlich des zukünftigen Einsatzes von Grünräumen mit spontaner Naturentwicklung als sozial inklusive naturbasierte Lösung entwickelt werden.