Entwicklung und Umsetzung verschiedener Geschäftsmodelle für innovative Kühltechnologien im Gebäudebestand in Güssing (Cool-down Güssing)

Kurzbeschreibung

Auch die Stadtgemeinde Güssing ist stark von sommerlicher Überhitzung betroffen und versucht seit Jahren, den signifikant steigenden Kühlbedarf einzudämmen. Im Gebäudebestand sind jedoch nachträgliche Kühl-Maßnahmen, welche nicht auf Basis herkömmliche Retrofit-Klimageräte beruhen, schwierig zu realisieren. Für ein Nachrüsten von klimaschutzorientierten und innovativen Kühlsysteme in bestehenden Gebäuden bedarf es neben neuen Technologien (z. B. innovative (Nacht-)Lüftung, prädiktive Bauteilaktivierung, Free-Cooling, Erdwärmetauscher zur Vorkühlung der Luft bei mechanischer Frischluftzufuhr, passive Kühlung unter Schaffung von Flexibilitäten im übergeordneten Versorgungsnetz mit Fokus auf Local Energy Communities etc.), sondern auch neuer und vor allem holistischer Ansätze (z.B. Kältedämmung, Fassadengestaltung, Schaffung eines passenden Mikroklimas vor dem Gebäude, angepasstes NutzerInnenverhalten, intelligente und vorausschauende bzw. prognoseorientierte Steuerung, Berücksichtigung des übergeordneten Energiesystems etc.). Damit nicht inneffiziente, ausschließlich rein strombetriebene Retrofit-Kühltechnologien im Bestand forciert werden, sind klimaschonende und integrative Lösungen notwendig, welche gleichzeitig auch wirtschaftlich betrieben und finanziert werden können. Hier setzt das gegenständliche Projekt „Cool-down Güssing“ an: Passiven Kühlsystemen soll durch attraktive Betriebs- und Geschäftsmodelle (z. B. durch einen „Motivationstarif“, wenn man sich netzdienlich verhält) aus energetischen und ökologischen Aspekten der Vorzug gegeben werden. Aktive Kühlsysteme sollen nur als letzter möglicher Schritt umgesetzt werden, wenn zuvor jegliche Potentiale für passive Kühlsysteme ausgeschöpft wurden.