Kurzbeschreibung
Der kontinuierliche Ausbau dezentraler Erzeugungsanlagen, die gleichzeitige fortschreitende Digitalisierung der Stromnetze und die sich ändernden Ansprüche von Endkundinnen und Endkunden hinsichtlich der Art und Weise, in der elektrische Energie verbraucht wird, stellen das aktuell gültige System der Finanzierung des öffentlichen Stromnetzes in Frage. Mit der Einführung von Smart Metering gibt es auch erstmals eine Basis für gänzlich neue Abrechnungsmodelle zur Finanzierung der Stromnetze. Das Ziel des Projektes FNT ist es in diesem Spannungsfeld neue Möglichkeiten zur Gestaltung der Netztarife aufzuzeigen, die den grundsätzlichen Anforderungen an soziale Verträglichkeit, Fairness, Gleichbehandlung, technische Machbarkeit, Netzdienlichkeit, Sicherheit und Verständlichkeit entsprechen. Darüber hinaus sollen diese neuen dynamischen Netztarife die effiziente Verwendung von Energie unterstützen und auch innovative Geschäftsmodelle, z.B. im Bereich der Eigenverbrauchsoptimierung, unterstützen. Die bestmögliche Erfüllung dieser verschiedenen, oftmals in Konkurrenz stehenden, Anforderungen entwickelt sich europaweit aktuell zu einem wesentlichen Forschungsthema. Was bisher, speziell für Österreich, fehlt, ist eine interdisziplinäre Gesamtbetrachtung des Themas unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder um die Herausforderungen an neue Netztarife aus den technischen, wirtschaftlichen, sozio-ökonomischen, politischen, regulatorischen und organisatorischen Blickwinkeln zu analysieren und dabei Wechselwirkungen zu identifizieren. Die Betrachtung erfolgt anhand konkreter Anwendungsfälle: • Anreizwirkung für netzdienliches Verhalten • Local Energy Communities (LECs), • Elektromobilität. Die Forschungsagenda wird vom Konsortium unter Einbindung weiterer Stakeholder erarbeitet. Das Konsortium besteht aus dem Regulator eControl, 2 Netzbetreibern, sowie Forschungspartnern, welche die verschiedenen Perspektiven in den einzelnen Forschungsfeldern abdecken können. Energieversorger, Unternehmenspartner und andere Stakeholder, wie z.B. Wohnbauträger, werden über Workshops eingebunden. Das Konsortium für ein Folgeprojekt wird entsprechend der Ergebnisse des Sondierungsprojekts erweitert (speziell um Energieversorger und Unternehmenspartner). Das Sondierungsprojekt FNT bereitet die Forschungsagenda für eine gesamtsystemische Betrachtung dynamischer Tarife und ihres Umfelds vor. Die Erforschung erfolgt aus dem Blickwinkel von Österreich unter Einbeziehung europäischer Rahmenbedingungen und existierender Erkenntnisse und Ergebnisse. Neben der Erstellung eines integrierten Forschungsansatzes für ein Folge(leit-)projekt werden in ausgewählten Bereichen auch schon erste Bewertungen der Tarifmodelle vorgenommen, insbesondere sozioökonomische Implikationen, technische Machbarkeit und Anforderungen an IT-Sicherheit sowie Benutzerakzeptanz.